Bunsenbrenner-Kartusche wechseln: Welches System hat dein Brenner?
Bevor du eine Bunsenbrenner-Kartusche wechseln kannst, musst du wissen, welches System dein Gerät hat. „Bunsenbrenner“ ist nämlich im Handel ein Sammelbegriff für Laborbrenner, Lötlampen, Flambierbrenner und Gasbrenner mit Gaskartusche. Technisch gibt es darunter allerdings zwei gegensätzliche Bauarten, die sich äußerlich ähneln: Kartuschen mit eigenem Ventil, die beim Trennen selbst dichthalten, und Stechkartuschen ohne Ventil, die der Brenner beim Aufsetzen durchsticht. Der Unterschied entscheidet über den Wechsel, deshalb steht er hier vor der Anleitung. Wähle also unten das Merkmal, das auf deine Kartusche passt.
Kartuschenkopf ansehen: drei Merkmale
Die Regel, an der alles hängt: halbvoll wechseln oder nicht
Bei einer Ventilkartusche passiert beim Abschrauben dasselbe wie beim Zudrehen eines Wasserhahns: Der federbelastete Stift schließt, sobald der Brenner den Druck wegnimmt. Usbeck formuliert das in der Anleitung seines Laborbrenners (PDF) knapp: Das Sicherheitsventil der Kartusche schließt automatisch. Deshalb darfst du eine EN-417-Kartusche jederzeit vom Gerät nehmen, um sie zu lagern, zu wechseln oder an einem anderen Brenner zu nutzen. Bei einer Stechkartusche gibt es diesen Stift dagegen nicht. Der Brenner hat die Dose durchstochen, und was danach die Verbindung hält, ist nur die Dichtung am Dorn. Löst du sie halbvoll, strömt das restliche Gas aus; die Sicherheitssysteme mancher Modelle bremsen das zwar, sie verhindern es aber nicht.
Die drei Systeme im Vergleich
| System | Anschluss | Halbvoll abnehmbar? | Typische Geräte | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| Schraub-Ventilkartusche | EN 417, Gewinde 7/16 Zoll mit 28 Gängen, Ventilstift | Ja | Laborbrenner (z. B. Usbeck 1422), viele Lötlampen und Camping-Gasbrenner mit Gewinde | Usbeck-Gebrauchsanweisung: Sicherheitsventil schließt automatisch |
| Bajonett-Ventilkartusche | Campingaz CV 270, CV 300, CV 470 Plus (Easy Clic); CP250 an Kassettenkochern | Ja | Campingaz Lötlampe VT1 und Brenner der Easy-Clic-Reihe; Kassettenkocher | Campingaz-Anleitung VT1: Kartuschen mit Ventil können abgenommen werden, auch wenn sie noch nicht leer sind |
| Stechkartusche | Campingaz C206 (GLS), Rothenberger und Kemper C200 (TSS), meist 190 g; Dorn im Brenner | Nein, nur restlos leer | Günstige Bunsenbrenner und Lötlampen aus Baumarkt und Discounter, Bleuet- und Soudogaz-Reihe | Herstellerangaben zu GLS und TSS: begrenzen nur den Gasaustritt beim Trennen |
Steht das System fest, kannst du die Bunsenbrenner-Kartusche wechseln, sobald die passende da ist: eine je Anschluss, dazu ein Lecksuchspray als fertige Alternative zur Seifenlauge für die Dichtheitsprobe nach dem Wechsel. Preise und Verfügbarkeit stammen dabei aus dem Amazon-Abgleich und ändern sich.
* Affiliate-Links – Preis und Verfügbarkeit können sich ändern.
Eine Warnung zur Verwechslung: Rothenberger baut beide Welten. Es gibt nämlich Rothenberger-Lötlampen mit EN-417-Gewinde und solche mit einem Kunststoffring für die C200-Stechkartusche. Wer im Forum liest, „meine Rothenberger muss vor dem Wechsel leer sein“, hat eine Stechkartusche, nicht das Gewindemodell. Schau deshalb auf den Kartuschenkopf, nicht auf die Marke.
Bunsenbrenner-Kartusche wechseln in sechs Schritten
Wer die Bunsenbrenner-Kartusche wechseln will, hält sich an sechs Schritte; sie fassen zusammen, was die Anleitungen von Campingaz, Usbeck und Rothenberger übereinstimmend verlangen. Bei einer Ventilkartusche gelten sie unabhängig vom Füllstand, bei einer Stechkartusche erst, wenn die Flamme von allein erloschen ist.
- Ventil schließen und abkühlen lassen. Absperrventil im Uhrzeigersinn zudrehen, Flamme ausgehen lassen, Brennerkopf einige Minuten abkühlen lassen. Usbeck nennt außerdem ausdrücklich beide Bedingungen vor der Demontage.
- Den richtigen Ort wählen. Im Freien oder in einem gut belüfteten Raum, nie in der Nähe von offenen Flammen, Wärmequellen, Funken oder einer brennenden Zigarette. Campingaz verlangt in der Anleitung der Lötlampe VT1 (PDF) für Montage und Demontage der Kartusche einen gut durchlüfteten Ort und nennt das Freie als bevorzugten Platz.
- Brenner lösen. Gewinde gegen den Uhrzeigersinn abschrauben, Bajonett entriegeln und abheben. Ein kurzes Zischen beim Lösen einer Ventilkartusche ist der Ventilstift, der schließt. Stechkartusche: nur abnehmen, wenn sie leer ist.
- Dichtung prüfen. Den Gummiring am Brennerventil auf Risse, Verhärtung und Schmutz kontrollieren. Usbeck schreibt, den schwarzen Dichtring regelmäßig auf Unversehrtheit zu prüfen; die Betriebsanweisung des Lehrerfortbildungsservers Baden-Württemberg verlangt beim Einsetzen, auf das Vorhandensein der Dichtung am Gewinde zu achten.
- Neue Kartusche handfest ansetzen. Schutzkappe abnehmen, Kartusche senkrecht halten, gerade ansetzen, nur mit der Hand anziehen. Rothenberger warnt nämlich, dass zu festes Anziehen das Gewinde des Geräts oder das Ventil beschädigt; Campingaz schreibt, die Kartusche nicht weiter anzuziehen, sobald sie sitzt.
- Dichtheit prüfen, ohne Flamme. Ventil kurz öffnen und die Verbindung mit Seifenlauge oder Lecksuchspray benetzen. Blasen bedeuten undicht: dann Ventil zu, Kartusche ab, Dichtung tauschen. Rothenberger und Campingaz verbieten beide die Lecksuche mit offener Flamme.
Stechkartusche: erst leer brennen, dann wechseln
Bei einer Stechkartusche gibt es keinen Zwischenweg. Lass den Brenner in einem sicheren Aufbau laufen, bis die Flamme kleiner wird und erlischt; das Gerät dabei senkrecht halten, weil sonst flüssiges Gas statt Dampf austritt und die Flamme gelb aufflackert. Erst danach das Ventil schließen, abkühlen lassen und die Kartusche abnehmen. Ein Rest von wenigen Gramm bleibt allerdings oft in der Dose; das ist normal und kein Grund, sie vorher zu lösen. Ob wirklich nichts mehr drin ist, zeigt die Waage: Das Leergewicht steht auf vielen Dosen, die Rechnung dazu findest du im Ratgeber Gaskartusche entsorgen. Wenn dich das Leerbrennen im Alltag stört, weil du den Brenner nur kurz und selten nutzt, ist ein Gerät mit Ventilanschluss die bessere Wahl: Dort wechselst du, wann du willst.
Brenner und Lötlampen mit Kartuschenanschluss
Die folgenden Geräte sind im Handel gängig. Prüfe deshalb vor dem Kauf im Datenblatt, welches Kartuschensystem vorgesehen ist: Steht dort „EN 417“ oder „Ventilkartusche“, kannst du halbvoll wechseln; steht dort „C200“, „C206“ oder „Stechkartusche“, gilt das Leerbrennen.
- Einhändige Bedienung: Der Flammenregler und die…
- Premium-Brennstoffanzeige: Der Sondiko creme brulee brenner ist…
- Passend für ALLE Butangasflaschen: Wissen Sie nicht, welche…
- Vielseitige Anwendungsbereiche: Dieser Gasbrenner ist…
- Breites Anwendungsspektrum: Der Brenner kann für verschiedene…
- Betrieb mit Butan-/Propan-Butan-Gas: Dieser Brenner wird mit…
- 1300 Watt & eine Temperatur von max. 1300°C machen den…
- Eine 190g Gaskartusche (Norm EN 417) eindrehen, Einstellrad…
- 1x TOM Schweißbrenner GB-190 + 4x 190 g Kartusche Universalgas…
- 1,3 kW Leistung und bis zu 1.300 °C Flammentemperatur: Der…
- 𝐑𝐔𝐍𝐃 𝟗 𝐒𝐓𝐔𝐍𝐃𝐄𝐍 𝐁𝐑𝐄𝐍𝐍𝐙𝐄𝐈𝐓: Vier Butangas-Kartuschen à 227 g…
- Der Brennerkopf lässt sich frei um 360° drehen und arbeitet…
* Affiliate-Link · bei einem Kauf erhalten wir ggf. eine Provision.
Fehlerbilder nach dem Wechsel und was dahintersteckt
| Was du bemerkst | Wahrscheinliche Ursache | Was du tust |
|---|---|---|
| Brenner zündet nicht, obwohl die Kartusche voll ist | Verstopfte Düse, bei günstigen Geräten die häufigste Ursache; bei Piezo-Geräten auch ein Zündfunke, der neben der Düse liegt | Campingaz rät, die Düse nicht selbst zu reinigen, sondern das Gerät zum Händler zu bringen; bei Piezo mit Streichholz gegenprüfen |
| Dauerhaftes Zischen oder Gasgeruch am Anschluss | Dichtring porös, verhärtet oder verschmutzt; Kartusche schräg angesetzt | Ventil schließen, Kartusche ab, Dichtung tauschen, gerade neu ansetzen, Seifenlauge-Test |
| Gelbe oder orange, flackernde Flamme | Brenner nach unten gehalten, dann tritt flüssiges Gas aus; fast leere Kartusche; Butan bei Kälte | Gerät senkrecht halten, Kartusche tauschen oder anwärmen (nie über 50 °C, nie mit Flamme) |
| Kartusche lässt sich nicht lösen | Zu fest angezogen, verkantet oder Kälte, die die Dichtung festsetzt | Gerät auf Zimmertemperatur bringen, gerade und ohne Zange lösen; bei beschädigtem Gewinde nicht weiterverwenden |
Kälte: Warum die Flamme im Winter schwächelt
Bevor du im Winter die Bunsenbrenner-Kartusche wechseln willst, weil die Flamme schwächelt, prüfe die Temperatur: Kartuschengas verdampft in der Dose, und dieser Dampfdruck treibt die Flamme. Reines Butan siedet bei rund 0 °C; darunter baut es dann kaum noch Druck auf, die Flamme wird klein oder geht aus. Isobutan siedet bei rund minus 12 °C, Propan bei rund minus 42 °C. Deshalb macht Kälte reinen Butan-Stechkartuschen zuerst zu schaffen; Gemische aus Butan und Propan in Ventilkartuschen halten bei Frost länger durch. Bei starker Entnahme kühlt die Kartusche zusätzlich von innen ab, weil das Verdampfen Wärme entzieht; am Dosenboden bildet sich dann Reif, und der Druck fällt weiter. Die Werte sind gerundete Stoffdaten aus Fachquellen; wie stark deine Kartusche bei welcher Temperatur nachlässt, hängt vom Gemisch und vom Füllstand ab.
Kartuschen lagern und entsorgen
Volle und angebrochene Kartuschen gehören an einen belüfteten Ort ohne direkte Sonne und nie über 50 °C; das steht sinngemäß in jeder Herstelleranleitung, Campingaz nennt die Temperaturgrenze wörtlich. Rothenberger fügt hinzu, Kartuschen niemals in Kellerräumen unter Erdgleiche zu lagern, weil ausströmendes Gas schwerer als Luft ist und sich dort sammelt. Willst du die Bunsenbrenner-Kartusche wechseln, bevor sie leer ist, lagerst du die angebrochene Ventilkartusche genauso. Kartuschen nach EN 417 sind außerdem nicht nachfüllbar. Wohin die leere Dose gehört und was mit halbvollen Restbeständen passiert, steht im Ratgeber Gaskartusche entsorgen.
Häufige Fragen: Bunsenbrenner-Kartusche wechseln
Bunsenbrenner-Kartusche wechseln bei Schraub- und Stechkartusche
Ja. Schraubkartuschen nach EN 417 haben einen federbelasteten Ventilstift, der beim Abschrauben automatisch schließt. Usbeck und Campingaz bestätigen das in ihren Anleitungen. Ein kurzes Zischen beim Lösen ist normal; hält das Zischen an, ist die Dichtung am Brenner defekt.
Gar nicht. Stechkartuschen wie C206 oder C200 haben kein Ventil, der Brenner hat sie beim Aufsetzen durchstochen. Lass den Brenner senkrecht laufen, bis die Flamme erlischt, dann Ventil schließen, abkühlen lassen und abnehmen. Wer oft halbvoll wechseln will, braucht ein Gerät mit Ventilkartusche.
Am Kartuschenkopf, nicht an der Marke. Rothenberger bietet Geräte mit EN-417-Gewinde und Geräte für die C200-Stechkartusche an. Hat die Kartusche oben ein Gewinde mit Ventilstift, ist es das Ventilsystem; hat sie einen glatten Deckel mit Plastikkappe und der Brenner einen Kunststoffring mit Dorn, ist es die Stechkartusche.
Dichtheit und Flamme
Nein. Rothenberger und Campingaz verbieten die Lecksuche mit offener Flamme ausdrücklich. Benetze die Verbindung mit Seifenlauge oder Lecksuchspray; Blasen zeigen die undichte Stelle. Danach Ventil schließen, Kartusche abnehmen und die Dichtung tauschen.
Meist tritt flüssiges Gas statt Dampf aus, weil der Brenner nach unten gehalten wird; Campingaz beschreibt genau dieses Bild. Weitere Ursachen sind eine fast leere Kartusche und Kälte, weil Butan unter etwa 0 °C kaum noch Druck aufbaut. Gerät senkrecht halten, Kartusche auf Zimmertemperatur bringen oder tauschen.
Fazit: Bunsenbrenner-Kartusche wechseln heißt erst Kartuschenkopf ansehen
Ventilstift oder Dorn, das ist beim Bunsenbrenner-Kartusche wechseln die ganze Frage. Mit Ventil wechselst du, wann du willst; mit Stechkartusche dagegen erst nach dem Leerbrennen. Der Wechsel selbst ist allerdings in beiden Fällen gleich: kalt, belüftet, ohne Zündquelle, handfest und mit Seifenlauge geprüft. Für Campingkocher mit ihren vier Anschlussarten gilt die ausführliche Anleitung Gaskartusche wechseln, und wer sich für einen Kassettenkocher mit CP250-Kartusche interessiert, findet die Iwatani-Modelle im Gaskocher-Vergleich.