Die SofaBaton X2 lohnt sich ab etwa fünf Geräten im Wohnzimmer und dann, wenn eines davon hinter einer Schranktür steht. Sie ist in unserem Vergleich der Harmony-Alternativen das einzige Gerät, das Infrarot, Bluetooth und WLAN ohne Zusatzbedingungen beherrscht. Vorher musst du drei Dinge prüfen: ein erreichbares 2,4-GHz-WLAN, die Steuerwege deiner Geräte und die Bereitschaft, ein Konto anzulegen.
Diese drei Dinge entscheiden vor dem Kauf
Die vorhandenen Tests prüfen das Gerät. Was sie nicht prüfen können, ist dein Wohnzimmer, und genau dort scheitern die meisten Einrichtungen. Die drei Punkte in dieser Tabelle kosten dich fünf Minuten und ersparen dir im Zweifel eine Rücksendung.
| Was prüfen | Wie prüfen | Wenn es nicht passt |
|---|---|---|
| 2,4-GHz-WLAN erreichbar? | Am Handy die WLAN-Liste öffnen: Gibt es ein Netz, das ausdrücklich im 2,4-GHz-Band funkt, oder fasst der Router beide Bänder unter einem Namen zusammen? | Im Router ein getrennt benanntes 2,4-GHz-Netz anlegen. Reicht das Signal am Aufstellort des Hubs nicht, hilft zusätzlich ein Repeater, der im 2,4-GHz-Band funkt |
| Welche Steuerwege brauchst du? | Geräte durchgehen: Fernseher, Soundbar, Receiver und Beamer laufen über Infrarot, Streaming-Sticks über Bluetooth, Lichtszenen über WLAN | Bei reinem Infrarot reicht eine deutlich günstigere Fernbedienung ohne Hub |
| Steht etwas im geschlossenen Schrank? | Schranktüren zu, Originalfernbedienung ausprobieren: reagiert das Gerät noch? | Der Hub gehört dann sichtbar ins Regal, zusätzliche Infrarot-Sender führen ins Fach |
Warum das Funkband der wichtigste Punkt ist
Der Hub verbindet sich ausschließlich mit 2,4-GHz-Netzen. Das klingt nach einem Detail, ist aber der am häufigsten dokumentierte Stolperstein: Viele moderne Router fassen 2,4 und 5 GHz unter einem einzigen Netznamen zusammen und entscheiden selbst, welches Band ein Gerät bekommt. Der Hub kann dann während der Einrichtung im falschen Band landen oder die Verbindung später verlieren. Ein Netz mit eigenem Namen fürs 2,4-GHz-Band löst das zuverlässig, und diesen Namen vergibst du im Router, nicht im Repeater.
Der Fachtest von 4kfilme.de nennt genau diese Router-Konstellation als Problemquelle. Wenn dein WLAN ohnehin schon instabil ist, lohnt sich der Blick in unseren Ratgeber zu WLAN-Abbrüchen am Fernseher, denn dort steckt dieselbe Funk-Mechanik dahinter, nur mit einem anderen Gerät am Ende der Strecke.
Funkt ausschließlich im 2,4-GHz-Band und verstärkt damit genau das Netz, auf das der Hub angewiesen ist.
- Arbeitet ausschließlich im 2,4-GHz-Band, das der Hub braucht
- Über 51.000 Bewertungen bei 4,4 Sternen
- Einrichtung per Knopfdruck am Router
- Übernimmt im Mesh den Netznamen des Routers, trennt die Bänder also nicht selbst
- Kein 5-GHz-Band, also kein Tempo-Gewinn für andere Geräte
Wie die Einrichtung wirklich abläuft
Plane einen Nachmittag ein, keine halbe Stunde. Der GameStar-Test beziffert die Ersteinrichtung auf 90 bis 120 Minuten für ein Setup mit rund fünf bis sechs Geräten. Das sind etwa 20 Minuten pro Gerät, und genau diese Rechnung solltest du deiner Planung zugrunde legen: Gesamtzeit geteilt durch die Zahl der Geräte, die du wirklich einbinden willst. Wer nur drei Geräte hat, ist schneller fertig, wer acht anschließt, braucht länger.
TV, Soundbar, Stick
Referenzwert der Quelle
volles Heimkino
Daten & Methodik anzeigen
| Setup | Geräte | Minuten |
|---|---|---|
| Wohnzimmer klein | 3 | ~60 |
| Wohnzimmer mittel | 5 | ~100 |
| Heimkino | 8 | ~160 |
Rechenweg: Der veröffentlichte Testwert von 90–120 min bezieht sich auf ein Setup mit rund fünf bis sechs Geräten. Daraus folgt ein Mittelwert von etwa 20 min je Gerät, der hier linear auf andere Setup-Größen übertragen wird. Einschränkung: Die Anlern-Stufe entscheidet stärker als die reine Anzahl — ein Gerät, das die App nicht in ihrer Datenbank findet, liegt deutlich über dem Schnitt. Stand: 09/2026.
App installieren und Konto anlegen. Ohne Registrierung geht nichts, das ist Pflicht und nicht abwählbar.
Hub ins WLAN bringen. Hier greift die 2,4-GHz-Regel aus der Tabelle oben. Wenn es hakt, liegt es fast immer am Band, nicht am Passwort.
Fernbedienung mit dem Hub koppeln. Ein eigener Schritt, den man leicht übersieht, weil die App ihn nicht immer deutlich ausweist.
Geräte anlernen, in drei Stufen. Zuerst sucht die App das Gerät in ihrer Datenbank. Findet sie es nicht sauber, testet sie typische Codes durch. Klappt auch das nicht, lernst du die Tasten einzeln von der Originalfernbedienung an. Diese dritte Stufe ist die zuverlässigste und die langwierigste.
Aktivitäten bauen. Erst hier entsteht der eigentliche Nutzen: eine Taste, die Fernseher, Soundbar und Zuspieler gemeinsam schaltet und die richtigen Eingänge wählt.
Ein Punkt, der in den Tests durchgängig auftaucht: Die Gerätedatenbank ist nicht lückenlos gepflegt. Rechne damit, dass mindestens ein Gerät die dritte Stufe braucht. Das ist kein Defekt, sondern der Normalfall bei einer Datenbank, die zehntausende Geräte abdecken soll.
Was die Fachtests berichten
Einen Labortest mit offengelegtem Messprotokoll gibt es zu diesem Gerät nicht, und die Stiftung Warentest hat Universalfernbedienungen zuletzt 2006 geprüft, also lange vor Streaming-Sticks und App-Einrichtung. Was es gibt, sind mehrere deutsche Fachtests und einige Videos aus der Heimkino-Szene. Ihr gemeinsamer Nenner: Das Gerät liefert, was es verspricht, verlangt dafür aber Geduld bei der Einrichtung.
Der Test von 4kfilme.de vom Januar 2026 lobt das Touchscreen-Tempo, die Verarbeitung und die lange Akkulaufzeit, kritisiert aber vier Punkte: die 2,4-GHz-Beschränkung, die lückenhafte Gerätedatenbank, fehlende physische Zifferntasten und ein Hub-Gehäuse, das nicht ganz auf dem Niveau des Handteils liegt. Bemerkenswert ist die Empfehlung am Ende: geeignet für Heimkino-Setups mit mehreren Geräten, ausdrücklich nicht für einfache Kombinationen aus Fernseher und Soundbar. Genau das deckt sich mit dem, was wir aus den Käuferbewertungen der ganzen Kategorie herauslesen.
Der GameStar-Test vom Januar 2026 stammt von einem Redakteur, der seit der Harmony-Einstellung 2021 nach Ersatz sucht, und nennt das Gerät den ersten legitimen Nachfolger. Aus diesem Test stammt auch die Einrichtungszeit von 90 bis 120 Minuten, die unserer Zeitrechnung oben zugrunde liegt. Ein Teil dieses Tests liegt allerdings hinter einer Bezahlschranke, darunter ausgerechnet der Abschnitt zu den Schwächen.
X1S oder X2: Wo der Aufpreis wirklich hingeht
Die Frage stellt sich fast jeder, der vor dem Kauf steht, denn beide Geräte teilen sich dasselbe Grundprinzip: Hub in der Steckdose, App zur Einrichtung, Ein-Tasten-Aktivitäten auf der Fernbedienung. Der Aufpreis des größeren Modells geht in genau drei Dinge, und ob die es wert sind, hängt an deinem Setup.
Erstens der Touchscreen. Statt Scrollrad und einzeiliger Anzeige gibt es ein Farbdisplay, auf dem Aktivitäten als Kacheln liegen. Das beschleunigt den Wechsel zwischen Abläufen spürbar. Bei zwei oder drei Aktivitäten merkst du davon wenig, bei sechs schon.
Zweitens die Ladestation. Das kleinere Modell lädt per Kabel, das größere sitzt in einer Schale auf dem Tisch. Das klingt nach Komfort-Kleinkram, entscheidet aber in der Praxis darüber, ob die Fernbedienung geladen bleibt oder irgendwann leer unter dem Sofa liegt.
Drittens, und das ist der eigentliche Punkt: WLAN. Nur das größere Modell steuert Geräte im Netzwerk, also Lichtszenen und Smart-Home-Abläufe. Das kleinere beherrscht Infrarot und Bluetooth, deckt damit alle klassischen Zuspieler und Streaming-Sticks ab, aber eben keine Lampe. Die Faustregel lautet deshalb: Soll Licht mitschalten, brauchst du das größere Modell. Soll es das nicht, sparst du hier die Hälfte.
Die häufigsten Fehler beim Umstieg
Erstens: den Hub verstecken. Der Hub sendet die Infrarot-Befehle. Stellst du ihn in denselben geschlossenen Schrank wie die Geräte, hilft er nichts. Er gehört sichtbar ins Regal, seine Infrarot-Sender führen dann per Kabel in die Schrankfächer.
Verlängert die Infrarot-Reichweite des Hubs in geschlossene Schrankfächer und ist das einzige offizielle Zubehör für diese Geräteklasse.
- Rundum-Abstrahlung für verwinkelte Schränke
- Drei Meter Kabel bis ins Fach
- Vom selben Hersteller, passt ohne Bastelei
- Nur mit den Hub-Modellen dieser Marke nutzbar
- Bewertungsbasis mit 14 Stimmen noch sehr dünn
Zweitens: Aktivitäten wie Geräte denken. Wer für jedes Gerät eine eigene Taste anlegt, hat am Ende dieselbe Zettelwirtschaft wie vorher, nur digital. Der Gewinn entsteht erst durch Abläufe: „Fernsehen“, „Streaming“, „Konsole“, jeweils mit den richtigen Eingängen. Plane deshalb vor der Einrichtung auf einem Blatt, welche Abläufe du wirklich brauchst.
Drittens: Zifferntasten erwarten. Das Gerät hat keine physischen Zahlentasten, das Umschalten auf einen bestimmten Sender läuft über den Touchscreen. Wer klassisch Programmplätze tippt, empfindet das als Rückschritt. Für ältere Angehörige ist das oft ein Ausschlusskriterium, dort sind Fernseher für Senioren mit klarer Tastenbelegung der bessere Weg.
Viertens: die Konsole realistisch einplanen. Konsolen sind der Sonderfall der Kategorie. Die Menüsteuerung lässt sich je nach Modell über Bluetooth oder Infrarot abbilden, das konnte schon der Harmony Hub. Woran es zuverlässig scheitert, ist das Einschalten: Eine PlayStation startet nur über ihren eigenen Controller. Plane die Konsole deshalb als das eine Gerät ein, das du weiter von Hand weckst.
Für wen sich das Gerät lohnt und für wen nicht
Es lohnt sich, wenn du von einer Harmony Elite oder Companion kommst und den vollen Funktionsumfang zurückwillst: Hub, Aktivitäten, Schrank-Steuerung, Smart-Home-Anbindung. In dieser Rolle hat sie in unserem Vergleichsfeld keine gleichwertige Konkurrenz. Ebenso lohnt es sich in Heimkinos mit Beamer, Receiver und mehreren Zuspielern, wo die Zahl der Fernbedienungen das eigentliche Problem ist.
Es lohnt sich nicht bei einem Setup aus Fernseher und Soundbar. Dort erledigt HDMI-CEC dasselbe kostenlos: Die Stick-Fernbedienung schaltet den Fernseher ein und regelt die Soundbar mit. Funktioniert das bei dir nicht, liegt es meist an den CEC-Einstellungen, unser Ratgeber zu Tonproblemen zwischen Fernseher und Soundbar führt durch die Menüs. Ebenfalls nicht lohnt es sich, wenn du Cloud-Dienste grundsätzlich meidest, denn ohne Konto ist das Gerät nicht einzurichten.
Und noch eine ehrliche Einordnung: Die Bewertungslage der ganzen Kategorie ist durchwachsen. Auch dieses Gerät sammelt Kritik, vor allem zu Verbindungsabbrüchen und zur App. Es ist das beste verfügbare, nicht das perfekte. Wie es im Feld der übrigen Modelle steht, zeigt unser Vergleich der Logitech-Harmony-Alternativen mit der vollständigen Protokoll- und Konto-Matrix.
Passende Geräte im Überblick
SofaBaton X2
ab
322,00 €
SofaBaton X2
Das Gerät, um das es hier geht: Hub, 2,4-Zoll-Touchscreen, Ladestation und als einziges Modell der Marke alle drei Steuerwege. Es lohnt sich ab etwa fünf Geräten und dann, wenn etwas im geschlossenen Schrank steht.
Vorteile 5
- Infrarot, Bluetooth und WLAN in einem Gerät
- Hub erreicht Geräte hinter Schranktüren
- Farb-Touchscreen für Aktivitäten
- Ladestation statt Batteriewechsel
- Anbindung an Home Assistant
Nachteile 3
- Hub funkt nur im 2,4-GHz-WLAN
- Einrichtung dauert 90 bis 120 Minuten
- Keine physischen Zifferntasten
SofaBaton X1S
ab
170,99 €
SofaBaton X1S
Gleiches Hub-Prinzip, aber mit Scrollrad und OLED-Anzeige statt Touchscreen und ohne Ladestation. Für einfachere Setups aus Fernseher, Streaming-Stick und Soundbar reicht das, WLAN-Geräte steuert sie allerdings nicht.
Vorteile 3
- Hub mit Ein-Tasten-Aktivitäten
- Rund die Hälfte des Preises vom Topmodell
- Größte Bewertungsbasis der Baureihe
Nachteile 3
- Kein WLAN, also keine Lichtszenen
- Hub ebenfalls nur im 2,4-GHz-Band
- In den Amazon-Rezensionen häufen sich Berichte über nachlassende Makro-Zuverlässigkeit
One For All Smart Control Pro 8
ab
45,27 €
One For All Smart Control Pro 8
Die Gegenposition: keine App-Pflicht, kein Konto, kein Hub, keine Cloud. Dafür nur Infrarot, also nichts für Streaming-Sticks. Wer nach dem Harmony-Aus vor allem Unabhängigkeit will, findet sie hier.
Vorteile 3
- Läuft komplett ohne Konto und Cloud
- Lernfunktion für alte Fernbedienungen
- Aktivitätsmodi für mehrere Geräte gleichzeitig
Nachteile 3
- Nur Infrarot, kein Bluetooth
- Makro-Programmierung über Tastenkombinationen
- Keine Tastenbeleuchtung
Häufige Fragen zur SofaBaton X2
Ist die SofaBaton X2 ein vollwertiger Harmony-Ersatz?
Vom Funktionsumfang her ja: Hub, Ein-Tasten-Aktivitäten, Infrarot, Bluetooth und WLAN. In unserem Vergleich der Harmony-Alternativen ist sie das einzige Gerät, das alle drei Steuerwege mitbringt. Beim Reifegrad der App liegt sie allerdings hinter dem, was Harmony-Nutzer gewohnt waren, und die Einrichtung kostet spürbar mehr Zeit.
Warum braucht der Hub zwingend 2,4-GHz-WLAN?
Der Hub funkt ausschließlich im 2,4-GHz-Band. Router, die beide Bänder unter einem Namen zusammenfassen oder nur 5 GHz anbieten, führen deshalb regelmäßig zu Verbindungsproblemen. Prüfe das vor dem Kauf, es ist der häufigste Stolperstein bei der Einrichtung.
Wie lange dauert die Einrichtung wirklich?
Rechne mit 90 bis 120 Minuten für ein typisches Wohnzimmer, das sind etwa 20 Minuten je Gerät. Der Grund ist die dreistufige Anlern-Logik: erst Datenbank, dann automatischer Codetest, zuletzt manuelles Anlernen der einzelnen Tasten.
Brauche ich zwingend ein Konto?
Ja. Ohne App und Registrierung lässt sich die X2 nicht einrichten. Wer das vermeiden will, braucht eine reine Infrarot-Fernbedienung ohne Cloud-Anbindung, verliert damit aber die Steuerung von Streaming-Sticks.
Was ist der Unterschied zwischen X2 und X1S?
Die X2 hat einen Farb-Touchscreen, eine Ladestation und zusätzlich WLAN-Steuerung. Die X1S bietet dasselbe Hub-Prinzip mit Scrollrad und OLED-Anzeige zum deutlich niedrigeren Preis, steuert aber keine WLAN-Geräte.
Gibt es einen Test der Stiftung Warentest zur SofaBaton X2?
Nein. Die Stiftung Warentest hat Universalfernbedienungen zuletzt 2006 geprüft, lange vor dieser Gerätegeneration. Einordnungen stammen deshalb von Fachseiten wie 4kfilme.de und aus der Auswertung von Käuferbewertungen.
Fazit
Die X2 ist die derzeit vollständigste Antwort auf das Harmony-Aus, und sie verlangt dafür zwei Dinge: einen Nachmittag Einrichtungszeit und ein 2,4-GHz-Netz, das sie erreicht. Prüfe beides vorher, dann ist der Rest Fleißarbeit. Wenn dein Wohnzimmer aus Fernseher, Soundbar und einem Streaming-Stick besteht, spar dir das Geld und stell zuerst HDMI-CEC richtig ein. Steht dagegen ein Beamer im Raum, ein Receiver und irgendwo ein Gerät hinter einer Schranktür, dann ist dieses Gerät genau dafür gebaut. Welcher Fernseher am anderen Ende der Kette hängt, ist übrigens eine eigene Frage, unser Marken-Vergleich Hisense oder TCL hilft dabei weiter.
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