Unsere Redaktion vergleicht unabhängig. Einige Links sind Affiliate-Links – beim Kauf erhalten wir eine Provision, für dich bleibt der Preis gleich. Mehr erfahren
› Outdoor › Wie wechselt man eine Gaskartusche? Schritt-für-Schritt, sicher und richtig
Outdoor

Wie wechselt man eine Gaskartusche? Schritt-für-Schritt, sicher und richtig

Ob Schraubgewinde, Kassettenkocher, Campingaz-Bajonett oder Stechkartusche: Der Wechsel dauert eine Minute, wenn du das System kennst und drei Regeln einhältst. Hier findest du die Anleitung für jedes System, die Lösung für klemmende Kartuschen und den Lecktest, der vor das erste Zünden gehört.

14 Min Lesezeit Aktualisiert: 7. September 2026 Redaktionell geprüft · 6. September 2026
Gaskartusche wechseln: Eine praktische Anleitung. Ein Campingkocher und eine Gaskartusche sind zu sehen, mit dem Text 'Gaskartusche wechseln - eine praktische Anleitung' über dem Bild.
Die schnelle Antwort

Regler zu, Gerät abkühlen lassen, im Freien oder am offenen Fenster wechseln, keine Zündquelle in Reichweite. Schraub-, Easy-Clic- und Kassettenkocher-Kartuschen lassen sich auch halbvoll abnehmen, eine Stechkartusche erst, wenn sie leer ist. Nach dem Einsetzen prüfst du die Verbindung mit Seifenwasser, nie mit einem Feuerzeug. Erst dann zündest du.

Der Wechsel selbst dauert eine Minute. Was schiefgeht, geht fast immer vorher schief: Die Kartusche passt nicht zum Gerät, sie wird mit Gewalt eingesetzt, oder die Dichtung wird nie angeschaut. Deshalb beginnt diese Anleitung mit der Frage, welches Anschlusssystem du überhaupt vor dir hast. Danach folgt die Schritt-für-Schritt-Anleitung für jedes System, die Lösung für die typischen Klemmer und die Regeln für Lagerung und Transport. Ist die Kartusche leer, erklären wir separat, wie du sie richtig entsorgst.

Welches Kartuschensystem hast du?

In Deutschland begegnen dir vier Anschlusssysteme, und sie sind untereinander nicht kompatibel. Der Hersteller schreibt für jedes Gerät den Kartuschentyp vor; die Bedienungsanleitung des Kassettenkochers formuliert es so: Die Verwendung anderer Gasbehälter kann gefährlich sein. Am Ventil erkennst du in wenigen Sekunden, was du brauchst.

SystemSo erkennst du esTypische GeräteHalbvoll abnehmbar?
Schraubkartusche (EN 417, 7/16-Zoll-Gewinde)Außengewinde am Ventil, Kartusche wird ins Gerät geschraubtTrekking- und Campingkocher, Weber-Q-Grills und Traveler, Lötlampen mit SchraubanschlussJa, das Ventil schließt selbst
Ventilkartusche für Kassettenkocher (CP 250 oder MSF-1a, 220 bis 227 g)Liegende Dose mit Kerbe im Kragen neben dem Ventil, wird seitlich eingelegt und mit einem Hebel verriegeltKassettenkocher, Tischgrills, manche GasheizstrahlerJa, Hebel auf UNLOCK
Campingaz Easy-Clic Plus (CV 300 Plus mit 240 g, CV 470 Plus mit 450 g)Bajonettventil ohne Gewinde, wird aufgesetzt und bis zum Einrasten gedrehtCampingaz-Kocher, -Lampen und -Grills mit CV-AnschlussJa, laut Hersteller auch mit Restgas
Stechkartusche (C 206 GLS, 194 g)Glatter Deckel ohne Ventil, das Gerät sticht die Kartusche beim Zusammenschrauben anKlassische Campingaz-Kocher wie der Camping 206 S, Lötlampe Soudogaz X2000 PZ, Bunsenbrenner Labogaz 206Nein, nur nach vollständiger Entleerung
Die vier Anschlusssysteme im Überblick. Die Angaben zu Inhalt und Abnehmbarkeit stammen aus den Datenblättern der Hersteller.

Ein Detail, das oft verwechselt wird: Die Norm EN 417 beschreibt Einwegkartuschen allgemein und gilt auch für Stechkartuschen. Wenn Händler „EN 417“ als Synonym für das Schraubgewinde benutzen, meinen sie das 7/16-Zoll-Ventil. Und die Kassettenkocher-Kartuschen werden zwar als „Bajonett“ verkauft, haben aber mit dem Campingaz-Bajonett nichts zu tun. Wer für seinen Kocher die passende Kartusche sucht, findet sie in der folgenden Auswahl je System.

Gaskartusche wechseln: Anleitung für jedes System

Drei Regeln gelten für alle vier Systeme. Erstens: Regler ganz zu und Gerät abkühlen lassen, die Bedienungsanleitungen verlangen den Wechsel ausdrücklich erst nach dem vollständigen Abkühlen. Zweitens: im Freien oder in einem gut belüfteten Raum arbeiten, ohne Zigarette, Kerze oder laufenden Brenner in der Nähe, denn beim Lösen entweicht immer etwas Gas. Drittens: nie mit Gewalt. Eine Kartusche, die sich nicht mit der Hand einsetzen lässt, ist die falsche oder sitzt schief.

Eine Person wechselt eine Gaskartusche an einem gelben Campingkocher. Die Hand hält die neue Kartusche bereit, um sie in den Kocher einzusetzen.
Wechsel einer Ventilkartusche am Campingkocher: Regler zu, Gerät kalt, Kartusche gerade ansetzen.

Schraubkartusche (EN 417) wechseln

  1. Regler schließen und abkühlen lassen. Bei Kochern ist das der Drehknopf am Brenner, bei Weber-Grills der Regler am Bedienfeld. Warte, bis der Brennerkopf handwarm ist.

  2. Gerät von der Kartusche abschrauben. Das Ventil in der Kartusche schließt beim Herausdrehen von selbst, ein kurzes Zischen ist normal. Der Selbstschluss ist eine Komfortfunktion, keine Sicherheitsgarantie, deshalb trotzdem im Freien arbeiten.

  3. Dichtung am Gerät prüfen. Im Anschluss des Geräts sitzt ein kleiner O-Ring. Ist er rissig, verhärtet oder fehlt er, wird die Verbindung nicht dicht. Weber schreibt für seine Grills ausdrücklich vor, die Dichtung bei Beschädigung zu ersetzen.

  4. Neue Kartusche gerade ansetzen und ohne Kraft bis zum Anschlag drehen. Beim Aufschrauben zischt es kurz, solange der O-Ring noch nicht anliegt. Hört das Zischen auf, sitzt die Kartusche. Ein Dauerzischen bedeutet: nicht fest genug oder Dichtung defekt.

  5. Lecktest und Probezündung. Seifenwasser auf die Verbindung, keine Blasen, dann zünden. Wie der Test genau geht, steht weiter unten.

Ventilkartusche im Kassettenkocher wechseln (CP 250, MSF-1a)

  1. Regler auf „off“, Verriegelungshebel auf UNLOCK. Der Hebel gibt die Kartusche frei, du kannst sie seitlich herausnehmen, auch wenn sie noch nicht leer ist.

  2. Neue Kartusche mit der Kerbe nach oben einlegen. Die Kerbe im Kragen der Kartusche muss in die Führung des Kochers greifen. Die Bedienungsanleitung des Campingaz-Kassettenkochers nennt sie den Spalt, der nach oben zeigen muss. Sitzt die Kerbe unten oder seitlich, lässt sich der Hebel nicht schließen.

  3. Hebel auf LOCK drücken. Ein deutliches Klicken bestätigt, dass das Ventil der Kartusche auf dem Stutzen sitzt.

  4. Zünden und den Hebel beobachten. Springt der Hebel während des Betriebs von selbst auf UNLOCK, hat die Überdruck-Sicherung ausgelöst, weil die Kartusche zu heiß geworden ist. Regler auf „off“, abkühlen lassen, Hebel anheben. Eine Kartusche, die der Kocher ausgeworfen hat, darfst du laut Anleitung nicht erneut anschließen.

Die Ursache für einen ausgelösten Überdruck ist fast immer ein zu großer Topf oder eine Pfanne, die über die Kartuschenabdeckung ragt und die Hitze zurück auf die Kartusche wirft. Auch der beliebteste Kassettenkocher-Typ verzeiht das nicht; welche Modelle mit welchem Schutz ausgestattet sind, zeigt unser Vergleich der japanischen Kassettenkocher.

Campingaz Easy-Clic Plus wechseln (CV 300 Plus, CV 470 Plus)

  1. Regler zu, Gerät abkühlen lassen. Wie bei allen Systemen.

  2. Kartusche lösen. Das Bajonettventil wird gegen die Einrastrichtung gedreht und abgezogen. Laut Datenblatt lässt sich die Kartusche auch mit Restgas abnehmen, das Ventil schließt dabei.

  3. Neue Kartusche aufsetzen und bis zum Einrasten drehen. Sie muss gerade auf dem Anschluss sitzen, bevor du drehst. Das Einrasten spürst du deutlich.

  4. Lecktest, dann zünden.

Stechkartusche wechseln (C 206 GLS)

Hier gilt die eine Ausnahme: Eine Stechkartusche hat kein Ventil. Das Gerät sticht sie beim Zusammenschrauben an, und ab diesem Moment bleibt sie am Gerät, bis sie leer ist. Das steht so im Datenblatt der C 206 GLS, und die Händler der Lötlampe Soudogaz X2000 PZ schreiben es ebenso deutlich: Sobald die Lampe mit der Kartusche verbunden ist, kann diese nicht mehr entfernt werden. Der Deutsche Verband Flüssiggas rät, angefangene Stechkartuschen vor der Heimfahrt aufzubrauchen oder draußen abströmen zu lassen, ohne Zündquellen in der Nähe.

  1. Kartusche leer brennen lassen. Erst wenn die Flamme von selbst erlischt, ist ein Wechsel möglich. Regler zu, Gerät abkühlen lassen.

  2. Kartuschenhalter abschrauben. Beim Kocher ist das der Fuß, bei der Lötlampe der untere Teil des Griffs. Leere Kartusche herausnehmen.

  3. Stechspitze und Dichtung prüfen. Die Gummidichtung um die Stechspitze muss sauber und unbeschädigt sein, sonst wird die neue Kartusche nicht dicht.

  4. Neue Kartusche einlegen und Halter zusammenschrauben. Zügig und gerade, bis die Kartusche angestochen ist und die Dichtung anliegt. Danach Lecktest und Probezündung.

Für den Bunsenbrenner mit Stechkartusche gilt derselbe Ablauf, mit einer Besonderheit beim Halter: Die Details stehen in unserer Anleitung Bunsenbrenner-Kartusche wechseln.

Dichtheit prüfen, bevor du zündest

Der Lecktest ist der Schritt, den die meisten weglassen, und der einzige, der einen Fehler beim Wechsel sichtbar macht. Die Schweizer Unfallversicherung Suva beschreibt ihn so: Seifenwasser oder Lecksuchspray mit Schwamm, Lappen oder Pinsel über den Anschluss geben und auf Blasen achten. Der Deutsche Verband Flüssiggas empfiehlt dafür schlicht Wasser mit handelsüblichem Spülmittel. Bilden sich Blasen, ist die Verbindung undicht: Regler zu, Kartusche noch einmal lösen, Dichtung prüfen, neu ansetzen. Und der eine Satz, der in jeder Anleitung steht: Niemals mit einem Feuerzeug nach einem Gasleck suchen.

Ein Lecksuchspray hat gegenüber Spülmittelwasser einen praktischen Vorteil: Es schäumt auch an winzigen Undichtigkeiten sichtbar auf und läuft nicht sofort vom Anschluss ab. Eine Dose reicht für Jahre.

Anzeige Liqui Moly Lecksuchspray 400 ml
Für den Lecktest

Liqui Moly Lecksuchspray 400 ml*

Liqui Moly
2.326 Bewertungen bei Amazon

Schäumt an jeder undichten Verbindung sichtbar auf und ersetzt das Spülmittelwasser, das vom Anschluss abläuft.

Vorteile
  • Zeigt auch kleinste Undichtigkeiten als Schaum
  • Bleibt am Anschluss haften statt abzulaufen
  • 400 ml reichen für viele Jahre Kartuschenwechsel
Nachteile
  • Sprühnebel landet auch neben dem Anschluss, danach abwischen
  • Für den Test genügt zur Not auch Spülmittelwasser
Für wen: Für alle, die Kocher, Grill oder Lötlampe regelmäßig neu anschließen; wer nur einmal im Jahr wechselt, kommt mit Spülmittelwasser aus.

Wenn es klemmt: fünf typische Probleme

Die Kartusche zischt beim Aufschrauben

Normal, solange es kurz ist. Primus beschreibt es als beruhigendes Zischen, wenn etwas Gas freigesetzt wird, und rät, weiterzudrehen, bis das Zischen aufhört und der O-Ring zusammengedrückt ist. Zischt es dauerhaft, sitzt die Kartusche nicht fest genug oder die Dichtung ist beschädigt. In den Camping-Foren ist das der häufigste Fall: eine Vierteldrehung mehr, und Ruhe.

Die Kartusche rastet im Kassettenkocher nicht ein

In neun von zehn Fällen zeigt die Kerbe nicht nach oben. Kartusche herausnehmen, drehen, neu einlegen. Lässt sich der Hebel trotzdem nicht schließen, prüfe, ob der Regler wirklich auf „off“ steht; manche Kocher blockieren die Verriegelung bei geöffnetem Regler. Nie mit Gewalt nachhelfen. Springt der Hebel im Betrieb auf UNLOCK, ist das kein Defekt, sondern die Überdruck-Sicherung, siehe die Anleitung oben.

Die Schraubkartusche lässt sich nicht abschrauben

Dafür gibt es keine Hersteller-Anleitung, nur Erfahrungswerte aus Foren, die sich decken: Nach langem Betrieb auf hoher Stufe ist die Kartusche oft vereist und der O-Ring zieht sich zusammen. Zehn Minuten warten, bis sie Zimmertemperatur hat, dann geht es meist von Hand. Hilft das nicht, war die Kartusche beim Aufschrauben verkantet; dann hilft nur vorsichtiges Hin-und-her-Drehen ohne Werkzeug. Eine Zange am Ventil beschädigt das Gewinde und macht die Kartusche unbrauchbar.

Halbvolle Kartusche abnehmen und aufheben

Bei Schraub-, Easy-Clic- und Kassettenkocher-Kartuschen ist das vorgesehen; die Datenblätter von CP 250 und CV 470 Plus sagen es ausdrücklich. Der Deutsche Verband Flüssiggas empfiehlt genau das: die angefangene Kartusche vom Gerät lösen und für den nächsten Urlaub aufbewahren. Nur die Stechkartusche bleibt am Gerät, bis sie leer ist.

Die Flamme wird bei Kälte schwach

Das liegt nicht am Wechsel, sondern am Gas. Reines Butan siedet bei etwa 0 °C, Isobutan bei rund minus 10 °C, Propan erst bei minus 42 °C. Kassettenkocher-Kartuschen mit 100 Prozent Butan liefern deshalb unter etwa 5 °C kaum noch Druck, und selbst reines Isobutan ist laut Campingaz für moderate Außentemperaturen gedacht. Für Frühjahr und Herbst nimmst du eine Butan-Propan-Mischung wie 80/20, für den Winter eine ausgewiesene Wintermischung, die Primus bis minus 22 °C angibt. Läuft der Kocher lange auf voller Stufe, kann sich außen an der Kartusche Frost bilden. Das ist normal, die Leistung kommt zurück, sobald sie sich erwärmt.

Spezialfälle: Weber-Grill, Lötlampe, Bunsenbrenner

Weber Q 100/1000, Traveler und Go-Anywhere Gas laufen mit einer 445-Gramm-Schraubkartusche nach EN 417. Weber selbst beschreibt den Anschluss mit zwei Sätzen: gewaltlos aufschrauben bis zum Anschlag, und zum Abnehmen das Gerät von der Kartusche abschrauben. Der Stift im Regler öffnet das Kartuschenventil beim Einschrauben, deshalb muss die Kartusche gerade sitzen. Klemmt es, ist es fast immer das Gewinde einer billigen Fremdkartusche, nicht der Grill. Eine Kartusche hält laut Weber rund drei Stunden Grillbetrieb. Wer länger grillt, wechselt mit dem passenden Adapter-Kit auf die 5- oder 11-Kilo-Flasche.

Lötlampen gibt es in beiden Welten: Die Soudogaz X2000 PZ ist ein Campingaz-Produkt und läuft mit der Stechkartusche C 206 GLS, bei 120 Gramm pro Stunde ist eine Kartusche nach gut anderthalb Stunden Vollgas leer. Lötlampen von Rothenberger nutzen dagegen das 7/16-Zoll-Schraubgewinde mit einer 338-Gramm-Multigas-Kartusche und lassen sich nach der Arbeit wie ein Kocher von der Kartusche trennen.

Bunsenbrenner für Labor, Schule oder Küche arbeiten meist mit der Stechkartusche C 206 und einem Clip-Halter, seltener mit einer Ventilkartusche. Der Wechsel folgt dem Stech-Schema oben; die Schritte für den Halter stehen in der eigenen Anleitung.

Wie lange reicht eine Kartusche?

Die Brenndauer rechnest du aus zwei Zahlen, die auf jedem Datenblatt stehen: Kartuscheninhalt in Gramm geteilt durch den Gasverbrauch des Geräts in Gramm pro Stunde. Das ergibt die Laufzeit auf voller Stufe; im Alltag mit kleiner Flamme hält die Kartusche deutlich länger.

Gerät (Herstellerangabe)KartuscheVerbrauchLaufzeit bei Vollgas
Campingaz Camping 206 SC 206 GLS, 194 gca. 90 g/hca. 2 Stunden
Lötlampe Soudogaz X2000 PZC 206 GLS, 194 g120 g/hca. 1,6 Stunden
Kassettenkocher mit 2,2 kWCP 250, 220 gca. 160 g/hca. 1,4 Stunden
Weber Q 1000 / TravelerSchraubkartusche, 445 gca. 150 g/hca. 3 Stunden (Weber-Angabe)
Laufzeiten aus Inhalt und Nennverbrauch gerechnet; die Werte für Kassettenkocher und Weber sind aus der Nennleistung abgeleitet, die Weber-Laufzeit nennt der Hersteller selbst.

Anschaulicher sind die Richtwerte, die der Deutsche Verband Flüssiggas für den Campingalltag nennt: rund 10 Gramm für ein heißes Getränk, 20 Gramm für ein Rührei, 50 Gramm für eine Portion Nudeln. Eine 230-Gramm-Kartusche reicht damit für vier bis fünf Nudelgerichte, eine 450er für rund neun. Wer eine Kühlbox mit Gas betreibt, braucht dagegen etwa 240 Gramm am Tag.

Daraus lässt sich der Bedarf für eine Tour ausrechnen. Ein Campingtag zu zweit mit warmem Frühstück und einem Nudelgericht am Abend kostet rund 160 Gramm Gas. Die verbreitete 230-Gramm-Kartusche trägt damit knapp anderthalb Tage: Für ein volles Wochenende brauchst du entweder eine 450er oder eine zweite Dose im Gepäck.

Reichweite je Größe
Die Standardkartusche trägt kein ganzes Wochenende
Wie lange eine Füllung zwei Personen versorgt, in Tagen zu je 160 Gramm Bedarf — mehr ist besser, rot: die verbreitetste Größe
1,4 Tage weit reicht die 230-Gramm-Standardgröße zu zweit, Frühstück und Abendessen eingerechnet.
Ein Wochenende zu zweit kostet 320 Gramm Gas — das schafft keine Standardgröße.
*Tagesbedarf aus den Verbrauchsrichtwerten des Deutschen Verbands Flüssiggas zusammengesetzt: zwei Rührei à 20 g, zwei Heißgetränke à 10 g, zwei Portionen Nudeln à 50 g. Bei Wind, Kälte oder zu großem Topf steigt der Verbrauch deutlich.
Quelle: Verbrauchsrichtwerte des Deutschen Verbands Flüssiggas (Verbrauchertipp 2025), Füllmengen laut Datenblättern der Kartuschenhersteller. Stand 09/2026. Berechnung und Grafik: betterpick.
Zwei Nächte zu zweit kosten rund 320 Gramm Gas — mehr, als in eine Standardkartusche passt. Mit einer 230er ist schon am Samstagabend Schluss. Wer ohne Nachschub durchkochen will, nimmt die große Größe: für Easy-Clic-Geräte die CV 470 Plus mit 450 Gramm, für Schraubkocher eine 445-Gramm-Kartusche.
Daten & Methodik anzeigen
Reichweite je Kartuschengröße bei 160 Gramm Tagesbedarf für zwei Personen
KartuscheFüllmengeReichweite
Stechkartusche C 206194 g1,2 Tage
Schraubkartusche EN 417230 g1,4 Tage
Easy-Clic CV 300 Plus240 g1,5 Tage
Easy-Clic CV 470 Plus450 g2,8 Tage

Rechenweg: Füllmenge geteilt durch 160 g Tagesbedarf, auf eine Nachkommastelle gerundet. Tagesbedarf: aus den Richtwerten des Deutschen Verbands Flüssiggas zusammengesetzt (10 g je Heißgetränk, 20 g je Rührei, 50 g je Portion Nudeln), gerechnet für zwei Personen mit Frühstück und Abendessen. Grenze: Die Richtwerte gelten für windstille, milde Bedingungen; eine Gas-Kühlbox allein zieht nach denselben Angaben rund 240 g am Tag und sprengt jede dieser Kartuschen binnen 24 Stunden. Stand: 09/2026.

Lagern, transportieren, entsorgen

Die Regeln des Deutschen Verbands Flüssiggas sind kurz: höchstens sechs Kartuschen je Gerät bevorraten, nicht im Keller lagern, weil Flüssiggas schwerer als Luft ist und sich dort sammelt, und keine Kartusche über 50 °C erwärmen, was im Sommer schon das Handschuhfach schafft. Im Auto transportierst du Kartusche und Gerät getrennt, damit sich das Ventil während der Fahrt nicht lösen kann. Auf dem Campingplatz steht der Vorrat im Schatten, nicht im Zelt und nicht im Fahrzeug. Wer im Vorzelt mit Gas heizt, hat zusätzlich das Thema Verbrennungsluft; was dabei zu beachten ist, steht in unserem Ratgeber zur Zeltheizung im Vorzelt.

Nachfüllen ist keine Option. Alle vier Systeme sind Einwegkartuschen nach EN 417, die Norm heißt wörtlich „nicht wiederbefüllbar“, und Weber wie MSR schreiben es groß auf die Dose. Der Grund ist Physik: Eine bis zum Rand mit Flüssiggas gefüllte Kartusche hat keinen Dampfraum mehr und kann bei der ersten Erwärmung platzen. Adapter aus Fernost umgehen die Herstellerfreigabe; wer sie benutzt, tut das auf eigenes Risiko.

Leere Kartuschen gehören restentleert in die Wertstofftonne oder den Gelben Sack, Kartuschen mit Restgas zum Wertstoffhof oder Schadstoffmobil. Die Details je Kartuschentyp und was „restentleert“ genau heißt, stehen in unserem Ratgeber Gaskartusche entsorgen. Und wer den Kocher nicht nur draußen, sondern auch in der Küche nutzen will, sollte vorher lesen, welche Gaskocher für den Innenbereich überhaupt infrage kommen.

Der Wechsel einer 227-Gramm-Ventilkartusche am Kassettenkocher im Video.

Das könnte dich auch interessieren

Welcher Kassettenkocher die Kartuschenwärme am besten in den Griff bekommt und wie sich die aktuellen japanischen Modelle unterscheiden, zeigt unser Vergleich der Iwatani-Kassettenkocher. Für den Blick über den Kassettenkocher hinaus lohnt der Campingkocher-Vergleich mit Schraub- und Flaschenkochern.

Häufige Fragen zum Kartuschenwechsel

Die Fragen, die beim Wechsel am häufigsten auftauchen, kurz beantwortet.
Wie wechselt man eine Gaskartusche am sichersten?

Regler ganz zu und das Gerät abkühlen lassen, dann im Freien oder am offenen Fenster wechseln, ohne Zündquelle in der Nähe. Die neue Kartusche gerade und ohne Kraft ansetzen, bei Kassettenkochern mit der Kerbe nach oben. Vor dem Zünden die Verbindung mit Seifenwasser oder Lecksuchspray prüfen, niemals mit einem Feuerzeug.

Kann ich eine halbvolle Gaskartusche abnehmen?

Bei Schraubkartuschen, Campingaz Easy-Clic und den Ventilkartuschen für Kassettenkocher ja, das Ventil schließt beim Abnehmen. Die Datenblätter von CP 250 und CV 470 Plus sagen das ausdrücklich, und der Deutsche Verband Flüssiggas empfiehlt, die angefangene Kartusche für den nächsten Urlaub aufzuheben. Nur die Stechkartusche bleibt am Gerät, bis sie leer ist.

Warum zischt die Kartusche beim Aufschrauben?

Ein kurzes Zischen ist normal: Solange der O-Ring noch nicht anliegt, entweicht etwas Gas. Primus rät, weiterzudrehen, bis das Zischen aufhört. Zischt es dauerhaft, sitzt die Kartusche nicht fest genug oder die Dichtung im Gerät ist beschädigt.

Welche Gaskartusche passt auf welchen Kocher?

Es gibt vier Systeme, die untereinander nicht passen: Schraubkartuschen mit 7/16-Zoll-Gewinde, Ventilkartuschen mit Kerbe für Kassettenkocher, das Campingaz-Bajonett Easy-Clic Plus und Stechkartuschen ohne Ventil. Der Hersteller schreibt den Typ in der Anleitung vor. Adapter aus dem Zubehörhandel umgehen diese Freigabe, der Betrieb läuft dann auf eigenes Risiko.

Wie lange hält eine Gaskartusche?

Inhalt in Gramm geteilt durch den Verbrauch des Geräts in Gramm pro Stunde ergibt die Laufzeit auf voller Stufe. Eine 194-Gramm-Stechkartusche reicht am Campingkocher rund zwei Stunden, eine 445-Gramm-Schraubkartusche am Weber-Grill laut Hersteller etwa drei. Nach den Richtwerten des Deutschen Verbands Flüssiggas kostet eine Portion Nudeln rund 50 Gramm Gas, eine 230-Gramm-Kartusche reicht also für vier bis fünf Gerichte.

Welche Kartusche bei Kälte?

Reines Butan siedet bei etwa 0 °C und liefert unter 5 °C kaum noch Druck. Für Frühjahr und Herbst nimmst du eine Butan-Propan-Mischung wie 80/20 oder Isobutan, für den Winter eine ausgewiesene Wintermischung; Primus gibt für sein Wintergas minus 22 °C an. Kassettenkocher-Kartuschen mit 100 Prozent Butan sind für moderate Temperaturen gedacht.

Darf ich eine leere Gaskartusche nachfüllen?

Nein. Alle vier Systeme sind Einwegkartuschen nach EN 417, die Norm heißt wörtlich nicht wiederbefüllbar, und Hersteller wie Weber und MSR schreiben das Verbot auf die Dose. Eine bis zum Rand gefüllte Kartusche hat keinen Dampfraum mehr und kann bei der ersten Erwärmung platzen.

Fazit

Der Wechsel einer Gaskartusche ist Routine, sobald du das System erkannt hast: Schraubkartuschen werden gerade und ohne Kraft bis zum Anschlag gedreht, Ventilkartuschen mit der Kerbe nach oben eingelegt und verriegelt, Easy-Clic-Kartuschen aufgesetzt und bis zum Einrasten gedreht, Stechkartuschen erst nach dem Leerbrennen getauscht. Was den Unterschied zwischen sicher und riskant macht, sind die 30 Sekunden davor und danach: Gerät kalt, Dichtung angeschaut, Seifenwasser auf den Anschluss. Wer das einmal zur Gewohnheit gemacht hat, braucht diese Anleitung nicht mehr.

Quellen & Hersteller-Daten

  1. Campingaz: Datenblatt CP 250 Ventilkartusche für Kassettenkocher
  2. Campingaz: Datenblatt C 206 GLS Stechkartusche
  3. Campingaz: Datenblatt CV 470 Plus (Easy-Clic Plus)
  4. Campingaz: Bedienungsanleitung Camp'Bistro Stopgaz, Kartuschenverriegelung und Überdruck-Sicherung
  5. Weber: Gaskartusche 445 g für Q 100/1000, Traveler und Go-Anywhere
  6. Primus: Kocher-Ratgeber, alles über Gaskartuschen (Zischen, Kälte, Wintergas)
  7. Deutscher Verband Flüssiggas: FAQ zur Lagerung von Gaskartuschen
  8. Suva: Gasgrill sicher betreiben, Lecktest mit Seifenwasser
Timm Dressler
Autor & Rechercheur

Timm Dressler

Gründer von betterpick.de

Ich erstelle Ratgeber und Anleitungen auf Basis von Herstellerangaben, Bedienungsanleitungen, technischen Datenblättern und Käuferbewertungen. Die Inhalte sollen dir schnell weiterhelfen und konkrete Schritte an die Hand geben.

627+
Ratgeber & Vergleiche
Geprüft
Quellen & Angebote
2023
Gründung betterpick.de
Mehr über mich
Kommentare & Fragen

Wonach suchst du heute?

627 Beiträge in 8 Themen, jeder mit Quelle und Datum.